50+ Content Marketing Tipps für Kulturschaffende

Bonsoir Jardin ist eine Initiative, die das Gärtchendenken in der lokalen Kulturszene überwinden will. Eine Plattform für Erfahrungsaustausch, Networking und Diskussionen zwischen Kulturschaffenden über alle Genre-Gärtchen hinweg. Ein fruchtbarer Boden für den Kulturnachwuchs, für die Kultur, für Bern.

Gestern Abend stand der Bonsoir Jardin im Zeichen des Themas "Online Marketing". Gemeinsam mit Nino Ruef und Romano Strebel David Lüscher habe ich mit ungefähr 50 lokalen Kulturschaffenden diskutiert, wie man im heutigen Kommunikationsspielfeld Aufmerksamkeit für die eigenen Projekte generieren kann. Ich habe den Kulturschaffenden ans Herz gelegt den Schritt vom klassischen Kulturmarketing hin zum Content Marketing zu wagen.

Deine Story ist Teil deiner Kunst

Ich habe den Kulturschaffenden vier Hauptbotschaften mit auf den Weg gegeben:

  1. Deine Story und dein Content Marketing ist heute ein integrierter Teil deines Schaffens. Dein Video, dein Text, deine Musik ins Web zu stellen, reicht nicht aus. Was ist die deiner Kunst zu Grunde liegende Geschichte?
  2. Erfolgreiche Kulturschaffende betrieben Content Marketing wie Forscher; sie experimentieren und probieren laufend Neues aus. Research ist Rock'n'Roll.
  3. Im Zentrum erfolgreichen Content Marketings steht immer die eigene (responsive) Website, flankiert von einem YouTube Kanal, einem Newsletter, einem Twitter, Facebook und falls möglich einem G+ Auftritt. Je nach Schaffensbereich kommen natürlich spezifische Themenplattformen dazu. Generell gilt: Website, YouTube & Newsletter sind ein Must. Lieber diese Kanäle richtig gut betreiben, also 10 verschiedene Social Kanäle zu berauschen.
  4. Sprich nicht nur von dir. Generiere Nutzen für deine echten Fans, sammle keine Likes & Followers, sondern investiere in Beziehungen zu den Menschen, die dein Schaffen toll finden.
Content Marketing für Kulturschaffende from daniel_joerg

50+ Tipps und Tricks für erfolgreiches Content Marketing

Für einfachere Durchklicken und Weiterreichen, hier zudem eine Sammlung an nützlichen weiterführenden Lesetipps, Tools und anderen nützlichen Dingen. Viel Spass beim erforschen und testen.

Website: 

Im Zentrum des Content Marketings steht immer die eigene responsive Website. WordPress ist das ideale CMS dazu. Eine WordPress Website ist einfach aufsetzbar (no coding needed), es gibt haufenweise gute Themes (z.B. hier oder hier), die sich einfach customizen lassen und mit der WordPress iPhone App lässt sich die Seite auch von unterwegs einfach unterhalten.

[caption id="attachment_2404" align="alignnone" width="720"]Wordpress: Das beste CMS für responsive Webseiten Wordpress: Das beste CMS für responsive Webseiten[/caption]

Damit deine Inhalte auch gefunden werden, lohnt es sich deine Website bei Google Webmaster Tools anzumelden und auch dem Webmaster Blog & dem offiziellen Google Blog für wichtige News, Tipps und Hilfestellungen zu folgen.

YouTube:

Neben der eigenen Website ist YouTube klar die wichtigste zu bespielende Plattform. YouTube ist nicht nur die grösste Videosite, es ist auch die weltweit zweitgrösste Suchmaschine. Willst du, dass deine Musik oder deine Filme gefunden werden, stell sie auf YouTube. YouTube selbst hat vor ein paar Wochen den Playbook Guide für Musiker veröffentlicht. Eine Pflichtlektüre für alle Kulturschaffende. Weiterführende Hilfestellungen gibt's hier.

[caption id="attachment_2403" align="alignnone" width="720"]YouTube Playbook Music - Alles was Musiker und Kulturschaffende für erfolgreiches Marketing auf YouTube wissen müssen YouTube Playbook Music - Alles was Musiker und Kulturschaffende für erfolgreiches Marketing auf YouTube wissen müssen[/caption]

Empfehlen kann ich auch die Case Study, die James Altucher auf seinem Blog aufarbeitet. Er zeigt auf, wie es der britische Sänger Alex Day mit einer konsequenten und langfristigen YouTube Strategie schaffte, Pop-Giganten wie Justin Timberlake in den Charts hinter sich zu lassen.

Für regelmässige Tipps, Tricks und Inspirationen rund um YouTube lohnt es sich dem Creators Blog dem offiziellen YouTube Blog sowie dem YouTube Trends Blog zu folgen. Auch das YouTube Trends Dashboard gibt gute Einblicke darein, was auf YouTube poppt.

E-Mail Marketing: 

Neben Website und YouTube Kanal ist ein Newsletter das dritte zentrale Standbein für erfolgreiches Content Marketing. Die ideale E-Mail Marketing Plattform für Kulturschaffende ist Mailchimp. Mailchimp ist super einfach zu bedienen, bietet ein fantastisches Preis-Leistungsverhältnis und eine Fülle an hilfreichen Informationen, Cases, Guides und Ressourcen. Ah ja, auch für Mailchimp gib's ne super praktische App.

mailchimp

Auch wenn du versucht bist all deine Freunde, Kollegen, Mitarbeiter auf die Newsletter-Liste zu setzen. Mach es nicht. Die Newsletter Liste sollte wirklich nur die Menschen umfassen, die sich wirklich für dein Schaffen begeistern. Diese Menschen abonnieren deinen Newsletter selbst. Wie stark deine Newsletter Liste wächst, wird so auch zu einem sehr guten Gradmesser dafür wie erfolgreich du dein Content Marketing betreibst.

Mailchimp hat auch einige Ratgeber und Leitfäden spezifisch für Musiker zusammengestellt. Hier ein paar besonders lesenswerte: Mailchimp for Music, Newsletter Templates für Musiker & Musik & Videos in Newsletters.

Twitter:

Für Fans ist Twitter der Backstage Zugang zu ihren Idolen. Für Künstler ist Twitter ein sehr effizientes Marketing Tool. Eine gute Übersicht zu Twitter für Musiker gibt es von Twitter selbst. Es lohnt sich zudem dem Musikteam von Twitter unter @TwitterMusic zu folgen. Weitere gute Anleitungen und Case Studies zum Musikmarketing via Twitter gibt es von Make it in Music & CDBaby.

Auf Twitter mit der eigenen Musik und Kunst präsent zu sein ist auch darum wichtig, weil Tweets über Musik eine wichtige Grundlage vieler Tastemaker Aggregatoren wie We Are Hunted und Hypemachine sind. We are Hunted wurde übrigens vor kurzem von Twitter gekauft. Twitter wird basierend auf dem Discovery Algorithmus von We Are Hunted eine eigene Musik App lancieren. Ein weiterer Grund dafür zu sorgen, dass das eigene Schaffen auf Twitter auffindbar ist.

Es lohnt sich auch dem offiziellen Twitter Blog zu folgen.

Facebook:

Facebook ist ein wichtiger Marketingkanal, aber er bedarf einer kritischen Betrachtung. In der Schweiz verlassen sich zuviel Kulturschaffende zu stark auf ihren Facebook Auftritt. Facebook sollte immer nur ein Aussenposten darstellen, es sollte aber nie das Zentrum des Online-Auftritts sein. Warum? Weil Facebook Inhalte für Suchmaschinen wie Google und Bing weitgehend unauffindbar sind, aber genau dort suchen die meisten zuerst nach einem Song, einem Video oder einem Künstler.

Man muss sich zudem bewusst sein, dass man mit Updates auf einer Facebook Page in der Regel gerade einmal 19.5% seiner Likers erreicht. Bei Tausend Likers sind das also gerade einmal 195 Fans. Wenn du 50 echte Fans via E-Mail erreichst und 10 davon dazu kriegst dein Video oder Song auf ihrem persönlichen Facebook Profil zu posten, erreichst du damit mit grosser Wahrscheinlichkeit mehr Menschen und generierst mehr Engagement, als wenn du es via deine Facebook Page publizierst.

Für Best Practices lohnt es sich der offiziellen Page für Musiker auf Facebook und dem offiziellen Facebook Blog zu folgen. Auch empfehlen kann ich den Leitfaden bei Hypebot.

Google Plus: 

Klar auf Google Plus bewegen sich in der Schweiz nicht so viele Menschen wie auf Facebook. Aber Google+ ist auch nicht wirklich ein Social Network wie das blaue F. Vielmehr ist es ein social Layer, der sich durch alle Google Services zieht: Von YouTube über Drive (die Google Cloud, die sich übrigens wunderbar eignet, um sich als Band zu organisieren) zu der Websuche von Google. Mit Engagement auf Google+ kann man seine Sichtbarkeit auf Google massgebend erhöhen.

Bei Sprout gibt es eine gute Übersicht dazu, was Musiker mit G+ anstellen können. Besonders nennenswert sind natürlich die Hangouts on Air, mit denen sich Live Performances mit super Soundqualität übers Netz übertragen lassen. Es lohnt sich auch nach Communities Gleichgesinnter auf Google+ zu suchen.

Die hier thematisierten Plattformen sind die wichtigsten allgemeinen Standbeine eines Webauftritts. Für Musiker kommt natürlich noch Soundcloud & Bandcamp (tolle responsive Shopprofile) dazu.

Schweizer Spezialplattformen:

Musiker in der Schweiz sollten zudem ein Mx3 und ein restorm Profil einrichten und aktuell halten. Nicht weil das tolle Plattformen sind, sondern weil sie anderweitig wichtig sind.

Mx3 ist die Musikplattform der SRG. Wer seine Musik im Radio hören will, sollte sie auch hier uploaden. Neue Videos unbedingt auch auf Mx3 uploaden und dann eine Mail [email protected] senden. Wenn's der SRF Redaktion gefällt wird dein Video ins Roboclip Voting integriert und allenfalls winkt sogar eine Einladung zur SF Musicnight.

Restorm hat eine Partnerschaft mit 20Minuten und stellt Bands aus der Region mit einem neuen tollen Musikvideo jeweils auf halbseitigen Beiträgen in der auflagenstärksten Zeitung der Schweiz vor.

Je nach Themengebiet/Genre können diese Kanäle noch mit Auftritte auf folgenden Plattformen ergänzt werden: Instagram, Tumblr, Pinterest, Vimeo.

Inspirationsquellen für dein Content Marketing

Sei hungrig und schau über den Tellerrand. Hier ein paar Informations- und Inspirationsquellen, die es sich aufzusaugen lohnt.

Blogs zu Web-, Tech- und Social Media Trends

Empfehlenswerte Blogs für Do it Yourself Musiker und für Direct to Fan Marketing:

Generelle Inspirationsquellen: 

Insights/Research Tools:

Informations Management Tools:

Denk dran, das alles sind nur Tools. Wie deine Gitarre. Es geht darum, was du draus machst.

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