Curation: Der einfache Einstieg in die Video Content Strategie

Mehr ist nicht immer besser. Das gilt insbesondere im Content Marketing. Manchmal geht es nicht darum neue Inhalte zu generieren, sondern die besten Inhalte zu einem bestimmten Thema zusammenstellen.

 

Content Curation

Das Wort "Kurator" stammt aus dem Museum. Wortwörtlich. Wikipedia definiert den Begriff wie folgt:

Der Kurator (vom lateinischen curare ‚pflegen, sich sorgen um‘) oder Kustos (vom lateinischen custos ‚Wächter‘) gestaltet Ausstellungen und/oder betreut Sammlungen in Institutionen, wie beispielsweise Museen.

Genau dasselbe macht ein Content Kurator mit Webinhalten. Er durchforstet das Web nach besonders nützlichen Inhalten zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Fragestellung, bereitet diese handerlesene Auswahl stringent auf und präsentiert sie seinem Publikum in einer thematisch gestalteten Sammlung.

Gut gemacht ist Content Curation eine wertvolle Ergänzung der Content Strategie. Schlecht gemacht ist es schlicht Aggregation und generiert keinen echten Nutzen.

Ein natürliches Umfeld für Content Curation ist Twitter. Die Mehrheit der Leute, denen ich auf Twitter folge, zwitschert in erster Linie Links zu interessanten Stories und Artikeln. Sie publizieren nicht nur die Links, sondern fügen persönliche Kommentare und Einordnungen hinzu. Ich folge Menschen, von denen ich weiss, dass ich in einem bestimmten Themenbereich handerlesene Empfehlungen für interessante Inhalte erwarten kann. Auf Twitter gehört Curation zum ganz natürlichen Nutzerverhalten. Anders sieht es im Videobereich aus.

 

Webnutzer lieben Videos, Unternehmen tun sich noch schwer

Webnutzer auf der ganzen Welt lieben Videos, wie Zahlen von Nielsen belegen.

[caption id="attachment_2186" align="alignnone" width="566"]Statistiken zu Videokonsum von Nielsen Statistiken zu Videokonsum von Nielsen[/caption]

Dennoch tun sich gerade in der Schweiz die meisten Unternehmen noch ziemlich schwer damit eine eigene Video Content Strategie zu definieren. Für viele Unternehmen ist der YouTube Kanal immer noch in erster Linie ein Zuhause für die eigenen Werbespots.

Es ist zugegebenermassen auch nicht ganz ohne, Videoinhalte zu produzieren, die funktionieren. Darauf will ich ein andermal eingehen. Heute möchte ich den leichten Einstieg ins Video Content Marketing thematisieren.

 

Der einfache Einstieg: Video Content Curation

YouTube ist mittlerweile die zweitgrösste Suchmaschine der Welt. Richtig, täglich suchen Millionen von Menschen auf YouTube nach relevanten Videos. Die einfach zu nutzende Chance für Unternehmen und Organisationen besteht darin, die besten Videos zu bestimmten Themen und Fragestellungen zu kuratieren und als Sammlungen zu präsentieren. Genau, wie auf Twitter geht es nicht nur darum eigene Videos zu veröffentlichen, sondern die besten Videos aus dem Web in nützlichen Sammlungen aufzubereiten. Wie man das macht? Im Folgenden zwei Tools für Video Content Curation.

 

1. YouTube Playlists

Die einfachste und offensichtlichste Lösung, um Videosammlungen zu erstellen und zu teilen, sind die YouTube Playlists. Ich nutze diese Funktion momentan in erster Linie, um monatlich die besten Indie Songs zu kuratieren. Meine YouTube Playlist sieht dann so aus und kann auch ganz einfach in einen Blog eingebaut oder anderweitig geteilt werden.

Ich nutze hier längst nicht alle Funktionen, die es gibt. Man kann nicht nur die Videos aneinandereihen, sondern auch Einführungen (als Text oder Video) für jedes Video der Playlist einfügen. Diese Kommentare und Kontextualisierungen werden dann eingespielt, wenn sich jemand die Playlist ansieht. Das Nutzererlebnis ist sofort ein anderes. Man schaut nicht mehr eine Liste von Videos, sondern eine moderierte Videoschau.

Hier ein gutes Beispiel dafür:

Weitere Tipps und Beispiele dafür wie man mit YouTube Playlists nützliche Sammlungen erstellen kann, gibt es von YouTube selbst.

 

2. Best of Videos mit Weavly erstellen

Will man nicht ganze Videos in Playlists zusammenstellen, sondern ein Best-Of Video aus verschiedenen Videos erstellen, dann ist der relativ neue Service Weavly eine interessante Option. Mit Weavly kann man ganz einfach verschiedene YouTube Videos mittels Drag & Drop zusammenschneiden und sie dann auch noch mit Sounds von Soundcloud unterlegen. Der Editor ist wirklich genial einfach. Hier ein Beispiel für ein Weavly Best Of Video.

Ich persönlich habe mir den Vorsatz genommen 2013 mittels Video Curation einen ersten Schritt zur Video Content Strategie zu machen.

Bild von Socialmediatoday. Publiziert von .