Foursquare hätte die Lancierung seiner neuen Bewertungsfunktion mit dem Projekt "I voted 2012" verbinden sollen

Die über Nacht publizierte neuste Version der Foursquare iOS App wartet mit einer wegweisenden Neuerung auf. Neu kann man mit Foursquare nicht nur mitteilen, wo man gerade ist, man kann diese Orte auch bewerten. Mit den Ratings lanciert Foursquare einen Frontalangriff auf Yelp und Google Places.

Vom Check-In zur lokalen Such- und Entdeckungsmaschine

Foursquare hat schon vor ein paar Monaten den Fokus seines Dienstes geändert. Foursquare ist nicht mehr die Check-in App, mit der teilungswütige Nutzer ihren Freunden und der Welt laufend mitteilen, wo sie sich befinden. Foursquare hat sich dank den Daten von nahezu drei Milliarden Check-Ins zur besten Such- und Entdeckungsmaschine für lokale Geschäfte, Plätze und Veranstaltungen entwickelt. Und die Einführung von Bewertungen wird diese Position nachhaltig festigen. Dazu kommt, dass Foursquare, genauso wie Instagram eine echte "mobile first" Plattform ist. Diese Faktoren zusammen positionieren Foursquare optimal im Kampf um den mobilen, hyperlokalen Werbe- und E-Commerce Markt.

Klingt als blicke Foursquare einer rosigen Zukunft entgegen. Das ist jedoch nur halb richtig - denn der Service hat ein Wahrnehmungsproblem.

Die Nachricht über die Neuausrichtung zum lokalen Such- und Entdeckungsdienst ist bei den meisten Smartphone Nutzern schlicht nie angekommen. Für viele Smartphone Besitzer ist und bleibt Foursquare die Check-in Applikation für leichtsinnige Social Media Freaks, die sich nichts daraus machen, der gesamten Welt laufend mitzuteilen, wo sie sich gerade auhalten.

Die Präsidentschaftswahlen - Eine vergebene Chance für Foursquare

Heute finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt. Dazu hat Foursquare mit "I voted 2012" ein interessantes Projekt ins Leben gerufen.

[caption id="attachment_1347" align="aligncenter" width="720"]I voted App - ein Projekt von Foursquare zu den US Präsidentschaftswahlen 2012 I voted App - ein Projekt von Foursquare zu den US Präsidentschaftswahlen 2012[/caption]

Amerikanische Wähler können die "I voted App" installieren und diese mit ihrem Foursquare Account verbinden. Wenn sie dann wählen gehen, können sie bei ihrem Wahllokal einchecken und erhalten dafür den "I voted Badge". Die dadurch gesammelten Check-Ins werden dann auf einer Karte auf http://www.ivotedmap.com/ visualisiert und dürften ein paar interessante Einsichten in die Wahlbeteiligung in den USA ergeben. So weit so gut. Aber wieso hat Foursquare die neue Bewertungsfunktion nicht zu einem wichtigen Element dieses Projektes gemacht?

Die ganze Welt schaut heute in die USA. Geschichten über undendliche Warteschlangen und chaotische Zustände in den Wahllokalen machen schon heute früh, europäischer Zeit die Runde. Viel spannender als lediglich die Wahlbeteiligung abzubilden, wäre es doch gewesen, wenn die Wähler via Foursquare die Wahllokale hätten bewerten können.

Foursquare hätte damit nicht nur unglaublich interessante Einsichten über die Präsidentschaftswahlen gesichert, sondern wäre sich einer riesengrossen Medienaufmerksamkeit sicher gewesen. Dadurch hätte Foursquare seine neue Funktion und Ausrichtung auf einen Schlag einem Weltpublikum näher bringen können.

So wie es scheint wurden die Bewertungen aber nicht in das Projekt integriert. Eine vergeben Chance. Schade.

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