Goodbye altes Instagram. Die Webprofile markieren eine neue Ära beim Fotonetzwerk von Facebook

Nachdem Instagram zwei Jahre lang ausschliesslich als mobile Applikation - zuerst nur fürs iPhone, später auch für Android - erhältlich war, lanciert das rasant wachsende Fotonetzwerk jetzt Webprofile.

Bis Ende Woche werden die Webprofile für alle Nutzer freigeschalten. Um zu sehen, ob dein Profil schon bereit ist, einfach www.instagram.com/username (also zum Beispiel www.instagram.com/danieljoerg) in den Browser tippen.

Und so sieht ein Profil aus:

[caption id="attachment_1334" align="aligncenter" width="720"]Instagram Webprofil von danieljoerg Mein Instagram Webprofil. Zu finden unter www.instagram.com/danieljoerg[/caption]

Das Design erinnert stark an die Fotoalben Aufmachung von Facebook. Auch nicht weiter verwunderlich, da Instagram ja seit April zum blauen Riesen gehört.

Hier die wichtigsten Funktionen der Webprofile:

  • Die Fotos im Header rotieren. Dieser Diashow Effekt ist angenehm anzuschauen und vermittelt schnell einen guten Überblick über das fotografische Schaffen eines Nutzers.
  • Die Fotos sind chronologisch in einer Matrix angeordnet, was es einfach macht, bestimmte Zeitabschnitte eines Nutzers durch seine Augen zu sehen.
  • In der Detailansicht können Bilder direkt via den Webbrowser komentiert und geliked werden.
  • In dieser Ansicht ist dann auch der Permalink zum Bild einsehbar. Nun, da man seine Bilder also direkt bei Instagram verlinken kann, werden wohl bald die ersten Seiten wie Statigram oder Gramfeed das Zeitliche segnen.

[caption id="attachment_1335" align="aligncenter" width="720"]Detailansicht eines Fotos via Instagram Webprofil Detailansicht eines Fotos via Instagram Webprofil[/caption]

Die Webprofile sind der Anfang vom neuen Instagram

Der erste Schritt ist mit den, zugegebenermassen noch sehr simpel gehaltenen Webprofilen getan. Es ist nur der Anfang. Ich glaube die Lancierung der Webprofile markiert einen wichtigen neuen Lebensabschnitt von Instagram.

Nachdem sich das Netzwerk zwei Jahre voll und ganz auf mobiles Wachstum konzentriert hat, wird jetzt eine Fokussierung auf Funktionserweiterungen, Integration (in Facebook) sowie Umsatzerschliessungen folgen. Instagram gehört zu einem an der Börse kotierten Unternehmen und muss bald einen Beitrag zum Umsatz von Facebook leisten.

Vor diesem Hintergrund rechne ich in den nächsten 12 Monaten mit der Schrittweise Einführung von Funktionen und Diensten wie den Folgenden:

  • Die Möglichkeit Bilder direkt vom Webprofil aus zu Teilen und mittels Einbettungscode in andere Seiten einzubinden
  • Die Möglichkeit direkt zu den Profilen von Likern und Kommentierer durchzuklicken.
  • Eine stärkere Verknüpfung mit Facebook Profilen. Ich denke früher oder später wird man einen "like" und "share" Button unter den Instagram Fotos sehen.
  • Statistiken für einzelne Fotos sowie den gesamten Kanal. Hier könnte sehr viel von Facebook Insights, dem bestehenden Statistik Back-End für Facebook Seitenbetreiber übernommen werden. Das wäre eine Funktion, über die sich vor allem Unternehmen und Marken freuen würden. Mittlerweile sind ja bereits 54% der Top 100 Brands auf Instagram aktiv.
  • Die Möglichkeit Lieblingsfotos mittels einer Feature/Highlight Funktion zu hervorzuheben. Wenn ich das richtig verstehe, werden im rotierenden Header momentan einfach die letzten Bilder angezeigt. Eine solche Highlight Funktion könnte, wenn weitergedacht, auch in einer Werbeform wie "Sponsored Fotos" münden, die Fotos von Marken und Unternehmen gegen Bezahlung auch dann im Fotofeed von Instagram Nutzern anzeigen wird, wenn diese der Marke oder dem Unternehmen gar nicht folgen.
  • Eine Browser basierte Suchmaschine sowie die Möglichkeit aktuelle Trends nach Hashtags, Keywords und Orten zu durchstöbern. Auch hier würde sich mit "Sponsored Suchresultaten" oder gebrandeten "Hashtag Seiten" zu Events und Grossereignissen interessante Umsatzquellen eröffnen.
  • Die Möglichkeit Fotos und/oder Beschreibungen zu Fotos mit Hyperlinks zu versehen. Das würde Marken wie Nike ermöglichen ihre Produktbilder auf Instagram auch gleich mit einem Webangebot zu verlinken, was die Plattform aus Unternehmenssicht sicherlich um einiges interessanter machen dürfte. Mit dieser Funktion würde Instagram auf einen Schlag in den Bereich Social Commerce vordringen, wo momentan vor allem Pinterest und The Fancy von sich reden machen, und Facebook mit neuen Diensten wie Geschenken und Kleinanzeigen den Anschluss sucht.

Egal, ob diese Vermutungen genau so eintreffen oder nicht, ich glaube Instagram wird nie mehr sein wie es war. Es wird jetzt sehr spannend sein, mitzuverfolgen, was Facebook gemeinsam mit dem Instagram Team aus diesem noch ungeschliffenen Diamanten macht.

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