KIA Motors Facebook Marketing: Mit ernsten Themen sollte man nicht nach "Likes" fischen

Der koreanische Autohersteller KIA fährt momentan ordentlich Schelte von seiner Facebook Community ein. Zu Recht. Gewisse Themen lassen sich schlicht nicht mit einer Marketingkampagne verknüpfen. Die humanitäre Tragödie im Sudan ist so ein Thema.

Auf Facebook können Unternehmen Anzeigen schalten, mit denen ihr Auftritt im sozialen Netzwerk beworben wird. Das Ziel dieser Anzeigen ist es die angepeilte Zielgruppe zu einem "Like" der eigenen Seite zu bewegen. Ein "Like" ist nicht nur eine Sympathiebekundung gegenüber dem Unternehmen oder der Marke sondern vielmehr auch ein Opt-In dafür, in Zukunft Informationen und Angebote der entsprechenden Seite zu erhalten. Unternehmen bauen sich mit diesen Anzeigen einen Marketingkanal auf Facebook auf.

So sehen diese Anzeigen aus.

[caption id="attachment_1213" align="aligncenter" width="335"]Facebook Beispiel Anzeigen So sehen Facebook Anzeigen für Facebook Seiten aus. Beispiele von Facebook selbst.[/caption]

KIA hat solche Anzeigen mit dem oben abgebildeten Foto eines hungernden Kindes in Kombination mit folgendem Text geschaltet: "Für jedes Like, dass wir erhalten versorgen wir eine sudanesische Familie mit Essen für einen Tag."

Hier ein paar der Reaktionen, die KIA darauf auf Facebook erhalten hat:

[caption id="attachment_1214" align="aligncenter" width="402"]Kommentare von Facebook Nutzern, nachdem KIA Motors die Anzeigen geschaltet hatte Kommentare von Facebook Nutzern, nachdem KIA Motors die umstrittenen Anzeigen geschaltet hat.[/caption]

[caption id="attachment_1215" align="aligncenter" width="402"]Weitere Kommentare von Facebook Nutzern auf der Seite von KIA Motors Weitere Reaktionen von verärgerten Facebook Nutzern auf die Werbekampagne von KIA Motors[/caption]

Dass KIA Motors World Vision im Kampf gegen den Hunger im Südsudan unterstützt, ist prinzipiell eine gute Sache. Auch ist ist es per se nicht verwerflich, dass KIA über seine Corporate Social Responsibility Aktivitäten spricht. Das Problem entsteht dadurch, dass KIA Motors sein Engagement an ein Marketing Opt-in von Facebook Nutzern koppelt. Wenn man helfen will, muss man gleichzeitig eine Sympathiebekundung für KIA abgeben und sich dazu bereit erklären, in Zukunft Marketingbotschaften von KIA Motors auf Facebook zu erhalten.

In diesem Kontext erscheint es, als ob KIA die Ohnmachtsgefühle von Facebook Nutzern ob der humanitären Tragödie im Sudan, für eigene Marketingziele zu nutzen versucht. Diese thematische Verknüpfung ist schlicht unsensibel und unangebracht.

Via Sydney Morning Herald. Publiziert von .