Wieso jeder PR Berater Google Plus nutzen sollte

Viele meiner PR Kollegen sehen Google Plus immer noch als Facebook Klon. Und damit natürlich als Geisterstadt oder Totgeburt. Also eine Plattform, mit der es sich nicht auseinanderzusetzen lohnt. Das ist ein grosser Fehler.

 

Was ist Google Plus?

Google+ ist kein Social Network. Google+ ist das soziales Nervensystem der neuen Version von Google. Und damit ist nicht nur die Google Suche gemeint, sondern alle Google Services, von Gmail, über Google Drive, YouTube, zu Google Maps, Blogger oder Google News.

Vic Gundotra, Chefverantwortlicher für Google Plus, sagt das in eigenen Worten wie folgt:

“This is just the next version of Google,” Mr. Gundotra said, noting that he sees Google Plus as a social blanket that envelopes the entire Google experience. “Everything is being upgraded. We already have users. We’re now upgrading them to what we consider Google 2.0.” (Quelle: The Next Web)

Dieses neue Google Erlebnis hat einen sehr direkten Einfluss auf zwei klassische Aufgaben von Public Relations Beratern: Medienarbeit & Themenführerschaft.

 

1. Medienarbeit: Google Plus Beiträge in Google News

Klassische Medienarbeit bestimmt immer noch den grössten Teil der Arbeit, welche PR Berater verrichten. Das Ziel von Medienarbeit liegt darin seinen Kunden und deren Themen in einem guten Kontext zu Präsenz in der Medienberichterstattung zu verhelfen. Das Instrument dazu ist bei den meisten Beratern immer noch die klassische Medienmitteilung.

Google Plus bietet einen interessanten direkteren Weg in die News. In den USA hat Google im Mai dieses Jahres damit begonnen relevante Google Plus Einträge zu aktuellen Mediengeschichten in den Google News anzuzeigen.

Was heisst das genau?

Google schaut also für jedes News-Ereignis ob es einen einfussreichen Google+ Nutzer gibt, der einen wertvollen Kommentar/Beitrag zum entsprechenden Thema veröffentlicht hat. Falls Google so einen Beitrag findet, wird er in den Google News entsprechend eingeblendet, wie auf dem unten stehenden Bild zu sehen ist.

Für PR Agenturen und deren Kunden ist das also ein interessanter Weg, um Experten durch Veröffentlichen von Kommentaren zu und Einordnungen von aktuellen News-Ereignissen zu positionieren.

[caption id="attachment_1759" align="alignnone" width="500"]Google Plus Beiträge in Google News Google Plus Beiträge in Google News[/caption]

Ich habe mit einem kurzen Test in der Schweizer Edition von Google News noch keine entsprechenden Anzeigen finden können.

 

2. Themenführerschaft: Google Plus Autoren in den Suchresultaten

Für Unternehmen oder deren Exponenten, Themenführerschaft aufzubauen ist eine weitere dieser Aufgabenstellungen, die PR Agenturen von ihren Kunden erhalten. Da das Web heute für sämtliche Anspruchsgruppen und Themenbereiche die erste Anlaufstelle für Recherchen ist, ist Themenführerschaft gleichzusetzen mit Online Sichtbarkeit in relevanten Themenbereichen.

Und genau hier wirkt Google Plus auch. Google will seinen Suchmaschinenalgorithmus weniger stark von Linkautorität abhängig machen und stärker auf nützliche Inhalte und deren Autoren fokussieren. Das Mittel dazu sind die sogenannten Author Tags, die Google vor ein paar Monaten eingeführt hat.

Mit den Author Tags verknüpft Google die Webinhalte eines Autors mit seinem Google+ Profil. Google nutzt also Google+, um die Vertrauenswürdigkeit von Autoren zu bestimmten Themen zu definieren und diese in die Suchergebnisse einfliessen zu lassen.

Das Resultat sieht dann so aus. Informiert sich jemand zum Thema "Instagram für Unternehmen", oder irgend ein anderes Thema, zu dem ich etwas relevantes publiziert habe, erscheint mein Beitrag mit entsprechenden Zusatzinformationen zu mir als Autor. Google Nutzer klicken im Schnitt Doppelt so häufig auf Suchresultate von so ausgewiesenen Autoren.

[caption id="attachment_1769" align="alignnone" width="700"]Google Autoren Informationen in den Suchresultaten Google Autoren Informationen in den Suchresultaten[/caption]

Mit Google Author Rank können PR Berater also Themenführerschaft im Netz sichtbarer machen. Und zwar nicht durch irgendwelche SEO Spielchen, die versuchen den Google Algorithmus auszutricksen, sondern schicht und einfach in dem sie das tun, was ihr Job ist: relevante Inhalte publizieren – und Google via das Author Tag darüber in Kenntnis setzen.

Diese beiden Beispiele sollten eigentlich jedem PR Berater klar machen, wieso er sich ernsthaft mit Google Plus auseinandersetzen sollte. Für sich selbst und für seine Kunden.

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